Streitkulturstadt 2010

Jugendprojekt SOS

Schlichten Oder Schlagen: Vom richtigen Streiten

Im Rahmen der Kulturhauptstadt sollen Jugendliche der Stadt Dorsten die Möglichkeit erhalten, gemeinsam mit Jugendlichen aus der Partnerstadt Hainichen in Sachsen (innerdeutscher Austausch) die Thematik „Sinnvolles Streiten, Deeskalation, Rassismus und interkulturelle Kompetenz“ in jugendgemäßer Weise zu bearbeiten. Die Jugendlichen sollen sich zunächst in ihrem Heimatort mit dieser Thematik auseinandersetzen und darüber hinaus im Rahmen von Partnerstädtischem Jugendaustausch die Gelegenheit erhalten, altersentsprechende Jugendliche der Partnerstadt Hainichen zu besuchen.

Deeskalationstraining mit der 7b der Matthäusschule Wulfen (September 2008)
Themenschwerpunkte waren „Konflikte“ und „Kooperation“. Mit dem ersten Themenschwerpunkt werden Jugendliche für Konflikte sensibilisiert und dazu befähigen, diese angemessen wahrzunehmen und zu bewerten. Die Teilnehmer lernen anhand von gezielten Übungen, Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten sowie diese zu erproben. Die Jugendlichen wurden aktiv im zweiten Teil des Trainings dazu bestärkt, Konflikte kooperativ zu bewältigen.
Die Schüler tauschen sich in der Gruppe über die Bilder aus, um die Geschichte zu rekonstruieren. Anschließend werden die einzelnen Geschichten von den unterschiedlichen Gruppen auf gehangen. Überschriften werden genannt und die Geschichten werden nacheinander dem Plenum kurz vorgestellt. Auch wenn man sich kennt ist es nicht gerade einfach vor einer Gruppe frei zusprechen. Dies haben aber alle glänzend gemeistert.

Präventivkurs gegen Gewalt in Klasse 7c der Maxim-Gorki-Mittelschule (April 2009)
Der Bürgermeister „Dieter Greysinger“ unserer Partner Stadt Hainichen (in Sachsen) ließ es sich nicht nehmen, bei dem Deeskalationstraining der Klasse 7c der Maxim-Gorki Mittelschule aktiv teilzunehmen. Die Jugendlichen waren begeistert, dass Herr Greysinger die Zeit fand, gemeinsam mit ihnen, das Themenfeld „Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme“ zu erleben. Ein weiterer Schwerpunkt war das Themenfeld Respekt. Bei allen Themenfelder stand der Spaß im Vordergrund. Auch wenn es um Gewalt ging, kam die Freude nicht zu kurz. Diesen scheinbaren Gegensatz konnten die Schüler/innen am eigenen Körper erfahren. Durch lebhafte Übungen, wie die Schlagengrube konnten die Jugendlichen hautnah erleben, wie man Respekt voreinander hat.

Maxim-Gorki-Schule gegen Matthäus-Schule Wulfen (September 2009)
Am 05.09.09 ging die Fahrt für die Schüler der Matthäus- Schule nach Hainichen in Sachsen. Nach 8 Stunden Fahrt hatten die Schüler nur kurz Zeit ihr Domizil in Ringelthal zu beziehen und dann ging es auch schon weiter zum „Tag der Sachsen“. Angeblich das zweitgrößte Volksfest Deutschlands. Leider hatten wir vorher keine Ahnung, dass der „Tag der Sachsen“ so enorm groß ist, aber es war wirklich so. Die Jugendlichen hatten viel Spaß bei lautem Discosound den Bass unter freien Himmel zu spüren. Am Montag hieß es dann „früh aufstehen,“ denn die Schule in Hainichen beginnt schon um 7:30 Uhr. Zwei Schulklassen trafen aufeinander, insgesamt 48 Schüler aus Ost und West. Nicht immer einfach für die beiden Trainerinnen Janine Thrun und Theresa Haep.

Die beiden Deeskalationstrainerinnen, unter der Leitung von Keith Matschulla, begangen mit einer kleinen Kennenlernübung. Man merkte, dass danach das Eis zu schmelzen begann…Aufgabe war es für die Jugendlichen. die richtige Klammer mit den Namen der richtig Person zuzuordnen. Anschließend wurde die große Gruppe geteilt. Die Aufgabe war…ein Arbeitsblatt…inländisch oder ausländisch. Man merkte den Jugendlichen schnell an…dies ist keine einfache Aufgabe und was hat das mit Anit-Rassimus-Training zu tun? Auf den Bilder sah man, nach Meinung der Jugendlichen, nur Ausländer…ein komisches Gefühl nach der Auflösung wurde dann bei den Jugendlichen deutlich…NEIN, diese Personen auf den Bildern sind alle deutsche….Zeit zum Nachdenken. Als Hausaufgaben erhielten beiden Schulklassen in den nächsten 6 Wochen Werbespots gegen Rassismus zu drehen. Vielen Dank im Namen der Matthäus-Schüler für die herzliche Gastfreudschaft und dem Aufenthalt in Hainichen.

Alles nach der Schule!!! (Oktober bis November 2009)
Die Schüler/innen der Matthäusschule Wulfen hatten nach dem Besuch in Hainichen die Aufgabe kleine Videoclips zum Thema „Rassismus“ zu drehen. Nach sieben Treffen waren dann die Ergebnisse fertig. Nun darf man aber nicht glauben, dass es immer nur Lustig war. Es war harte Arbeit, einige kleine Szenen müssten sehr oft gedreht werden. So bekamen auch die Jugendlichen einen kleinen Eindruck was Darsteller//innen in Filmen alles leisten müssen bevor eine „Szene im Kasten ist“. Insgesamt haben die Jugendlichen 28 Stunden nach der Schule für das drehen der Videos von ihrer Freizeit eingesetzt.
Zum Schluss waren alle Stolz auf die Videos. Vielen Dank an Frau Haep und Frau Jakschik die die Jugendlichen in ihrer Arbeit unterstützt haben.

„Jugend in Aktion“ trifft „Streitkulturstadt2010“ (April 2010)
Zu Erarbeiten das „Beteiligung“ und „Respekt“ in allen Lebenssituationen wichtig ist, ist gar nicht so leicht wie man auf den ersten Blick vielleicht denkt. Noch viel schwieriger wird es wenn Dorstener Jugendliche Konzepte von „Beteiligung und Respekt“ tatsächlich umsetzen und leben.

Zu diesem Zweck trafen sich am 12. April 2010 13 Jungen und Mädchen im evangelischen Kinder- und Jugendhaus Rottmannshof. Moderiert wurde dieses Auftakttreffen von Daniela Thoring vom Amt für Familie und Jugend, Schule und Sport der Stadt Dorsten und dem Diplom Sozialarbeiter Keith Matschulla. Im wahrsten Sinne des Wortes „spielerisch“ tauschten sich die jungen Fachmänner und –Frauen über die bereits gewonnenen Erkenntnisse ihrer Projekte aus.

Respekt und Beteiligung gehen Hand in Hand! Für Respekt, also die Fähigkeit Meinungen zu respektieren, sachlich zu kritisieren und sich gegenseitig wertzuschätzen benötigen die Jugendlichen Aufmerksamkeit und Disziplin. Respekt, Aufmerksamkeit und Disziplin bilden die Basis für eine konstruktive Beteiligung. Nur so kann selbstbestimmtes Arbeiten und die Mitarbeit in einem Team/ Teamwork sinnvoll gestaltet werden.
In den kommenden Wochen werden die Schüler versuchen diese Erkenntnis visuell/künstlerisch umzusetzen um auf dieser Basis das Gespräch mit anderen Jugendlichen zu suchen


Kontakt: info@rottmannshof.de

Weitere Infor: twww.streitkulturstadt2010.de